Beitragsbild - Mein Besuch im Näh-Café

Näh-Café-Besuch

In einem Näh-Café treffen sich Menschen, um ihre Kleidung, Bettzeug oder Taschen zu reparieren. Ganz im Sinne von Erhalten und Weiterverwenden. Manche kommen auch mit Schnittmustern, um sich etwas Neues zu schneidern. Letzte Woche besuchte ich zum ersten Mal ein solches Näh-Café.

Veranstaltet wurde das Näh-Café in diesem Fall vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)1 . In den Räumlichkeiten einer christlichen Gemeinde finden jeweils im Wechsel einmal in der Woche ein Näh- oder Reparatur-Café statt. Das alles vollkommen kostenlos.

Die Organisatoren hatten den Raum mit viel Liebe und Sinn für Minimalismus vorbereitet. Auf den Tischen standen Nähmaschinen bereit, es gab Material zum Upcycling, Garne, Bänder, Stoffreste und professionelle Schneiderscheren, dazwischen stand ein Bügelbrett mit Bügeleisen.

Näh-Café-Aufbau
Eine gesicherte Näh-Maschine in Nah-Ansicht

Für drei Stunden füllten Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Motivationen den Raum mit Leben. Sie führten angeregte Gespräche, begleitet vom Surren der Nähmaschinen.

Die fast zehn Menschen an diesem Abend hatten ganz unterschiedliche Projekte mitgebracht. Einem selbstgemachten Stofftier fehlte noch der Kopf, ein Wandbehang musste zugeschnitten und umgenäht werden, ein T-Shirt vom Flohmarkt fiel etwas eng aus und sollte geweitet werden und ein selbstgenähtes Kirschkernkissen war als Geschenk zu Weihnachten angedacht.

Offene Atmosphäre

Obwohl ich kein eigenes Projekt mitgebracht hatte, war die Atmosphäre so locker und offen, dass ich mich schnell an einem der Tische wiederfand; gleichermaßen in ein Gespräch wie auch in das Näh-Projekt einer jungen Frau eingebunden.

Hilfestellung gab es von einer langjährigen Besucherin des Näh-Cafés, die mit ihrem Wissen wie eine professionelle Schneiderin erschien. Doch nach eigener Aussage näht sie einfach nur gerne und hat sich alles selbst beigebracht. Großzügig teilte sie an diesem Abend ihr Wissen mit den weniger erfahrenen Besuchern.

Wie sich zeigte, ist ein Näh-Café – ganz dem Namen entsprechend – auch eine sehr gesellige und soziale Angelegenheit. Die meisten Besucher des Abends haben den Nachhaltigkeitsgedanken bereits verinnerlicht. Sie teilten gerne die unterschiedlichsten Tipps vom Energiesparen bis hin zur ökologischen Gartenpflege.

Besuche selbst ein Näh-Café

Sowohl Näh- als auch Reparatur-Café eignen sich bestens dafür, um liebgewonnene Dinge zu erhalten, statt sie wegzuwerfen und neu zu kaufen.

In vielen Städten und Gemeinden gibt es bereits solche kostenlosen Veranstaltungen, und es werden mehr. Mache Dich gleich auf die Suche nach einem passenden Näh-Café in Deiner Nähe. Dann weißt Du bei Bedarf, wo Du mit eigenen Näh-Projekten hingehen kannst.

Für den Anfang nimmst Du Dir am besten etwas Leichtes vor. Vielleicht ein löchriges T-Shirt, das Du mit einem Flicken reparieren kannst. Du musst auch nicht gleich wissen, wie Du das „Problem“ löst, denn es sind hilfsbereite Gäste vor Ort, die Dir Ideen und Impulse geben.

Wenn Du Spaß an der Sache hast, kannst Du Dir mehr vornehmen und auch mal ein eigenes Kleidungsstück nähen. Eine gute Investition sind preisgünstige Stücke vom Flohmarkt als Basis, die Du vollkommen neu gestalten kannst. Auch kleine Geschenke für Dein Umfeld lassen sich so mit Unterstützung zaubern.

Es gibt keine Grenzen für Deine Kreativität.

Fazit

Der Besuch eines Näh- oder Reparatur-Cafés hat viele positive Effekte. Die endlichen Ressourcen des Planeten werden geschont, der Müllberg reduziert. Mit den gesammelten Kenntnissen machst Du Dich unabhängiger und kannst in Zukunft viel Geld sparen.

Das Gefühl ist unübertrefflich, wenn Du etwas Eigenes geschaffen hast oder ein gutes Stück durch Deine eigenen Hände vor dem Müll bewahren konntest. Durch Upcycling bekommen Deine Kleidungsstücke eine ganz eigene Note, wodurch auch Klamotten von der Stange zu Lieblingsstücken werden.

Wenn Du mal bei solch einer Veranstaltung warst, bekommst Du beim nächsten unumgänglichen Neukauf eines Produktes auch einen Blick dafür, ob es sich gut selbst reparieren lässt.

Mache z.B. einen großen Bogen um verklebte Akkus in Kleingeräten, wie elektrischer Zahnbürste oder Smartphone. Diese Geräte kann man nur noch wegwerfen und nicht reparieren.

Auch den Kauf von zerschlissenen Jeans, deren Löcher und Risse mitunter durch den Einsatz von gefährlichen Chemikalien erzeugt wurden, solltest Du vermeiden. Das kannst Du im Näh-Café viel schonender selbst machen und hast auch noch Spaß dabei.

Wenn Du jetzt auch auf den Geschmack gekommen bist, dann nichts wie los zum nächsten Näh- oder Reparatur-Café.

Erzähle in den Kommentaren zu diesem Blog-Artikel von Deinen Projekten und Lieblingsstücken und teile Deine Eindrücke.

1 Mehr Infos zu diesem Näh- und Reparatur-Café findest Du hier

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